Ernest Hemingway In einem andern Land 1929
Ernest Hemingways Roman In einem andern Land spielt zur Zeit des Ersten Weltkrieges in Italien und der Schweiz. Er erzählt die ( Liebes- )Geschichte des Amerikaners Frederic Henry, der sich freiwilllig im Sanitätscorps der italienischen Armee gemeldet hat, und der englischen Krankenschwester Catherine Barkley, die sich zufällig an der Front begegnen und verlieben.
Im Ersten Buch befindet sich Henry beim Sanitätscorps der italienischen Armee in Gorizia, einer kleinen Stadt nahe der Front. Nach der Gefechtspause während des Winters wartet man nun auf die nächste Offensive. Als Zeitvertreib und Abwechslung werden die Abende im Mannschaftskasino oder die Besuche im englischen Lazarett und der damit verbundenen Treffen mit den englischen Krankenschwestern genutzt. Zu einem dieser Besuche nimmt Rinaldi, ein italienischer Stabschirurg und Zimmerkamerad Henrys, ihn mit und stellt ihm Catherine Barkley, eine der Krankenschwestern, vor. Catherine verliebt sich in Henry, während dieser vorerst emotional auf Distanz bleibt. Doch auch er fängt an, sie zu vermissen, wenn er sie länger nicht sieht. Nach einem Angriff kurze Zeit später wird Henry schwer verletzt ins Feldlazarett eingeliefert. Sobald er transportfähig ist, soll er in ein amerikanisches Lazarett nach Mailand verlegt werden. In dieses Lazarett läßt sich Catherine ebenfalls versetzen, um ihm ohne Aufsehenerregen zu folgen, um in seiner Nähe bleiben zu können.
Im Zweiten Buch geht es Henry nach seiner Operation schnell besser. Catherine, die aufgrund ihrer Beziehung zu Henry am liebsten die Nachtschicht übernimmt, ist aufgrunddessen bei den übrigen Schwestern sehr beliebt. Durch diese gemeinsam verbrachten Nächte wird ihre Beziehung immer stärker. Als Henrys Genesung soweit fortgeschritten ist, dass er Ausflüge unternehmen kann, kann der Eindruck einer fast normalen Beziehung vermittelt werden, wobei der Krieg in den Hintergrund gerät. Nachdem sich Henry von einer Gelbsucht erholt hat, steht seine Rückkehr an die Front unmittelbar bevor. Während eines Gesprächs, dass hinsichtlich des Abschieds und der Zeit danach zwischen den beiden stattfindet, eröffnet Catherine Henry, dass sie schwanger ist. Daraufhin beschliessen sie ihr Zusammenbleiben auch nach dem Krieg, wobei jedoch offen bleibt, wann und wo sie sich wiedersehen werden. Nach einem letzten gemeinsamen, intensiv verbrachten Abend, nimmt Catherine am Bahnhof von Henry Abschied.
Im Dritten Buch ist es inzwischen wieder Herbst und die Trostlosigkeit des Krieges wird durch das schlechte Wetter noch deutlicher. Henry findet alle seine Kameraden in der Villa in Gorizia vor. Sie sind körperlich gesund, doch herrscht eine sehr hoffnungslose Stimmung. Als der Angriff der Österreicher und Deutschen erfolgreich war, befehlen die Italiener den Rückzug der Einheiten. Henry ist für den Abtransport des Lazaretts verantwortlich und befindet sich mit drei Lastwagen auf dem Weg nach Pordenone. Da es ununterbrochen regnet, sind die Straßen schlammig und kaum noch befahrbar. Als der gesamte Zug stockt und kaum noch vorwärts kommt, beschließt Henry, auf Nebenstrecken zu fahren. Nachdem sie erst gut vorankommen, bleiben sie letztendlich auf einem Feld stecken und müssen die Lastwagen samt Lazarettausrüstung zurücklassen. Zu Fuß schlagen sie sich zurück zur Hauptrückzugstraße durch und nehmen erst jetzt das gigantische Ausmaß des Rückzugs wahr. Mitten im Zug wird Henry von italienischen Offizieren als vermeintlicher Deserteur festgenommen. Doch kurz vor seiner Erschießung gelingt ihm die Flucht. Versteckt in einem Transportwaggon gelangt er zurück nach Mailand, wo er Catherine noch zu finden hofft.
Im Vierten Buch erfährt Henry, dass Catherine sich inzwischen in Stresa aufhält. Bevor er ihr nach Stresa folgt, sucht er einen amerikanischen Freund auf, von dem er sich Zivilkleidung leiht und Informationen über die Schweiz einholt, in die er sich mit Catherine absetzen will. Vom Krieg will Henry nichts mehr wissen, wann immer die Sprache darauf kommt, weicht er dem Gespräch aus oder bricht es ab. Seine Erfahrungen und die Endlosigkeit des Krieges setzen ihm sehr zu. Als er in Stresa eintrifft, steigt er in einem ihm schon vorher bekannten Hotel ab, dessen Barmixer er gut kennt. Dieser erzählt ihm, dass sich zwei englische Krankenschwestern in einem kleinen Hotel in der Nähe des Bahnhofs aufhalten. Die Überraschung über sein unvermutetes Auftauchen und die darauf folgende Wiedersehensfreude ist groß. Catherine läßt ihre Freundin in dem kleinen Hotel zurück und zieht mit Henry als dessen Frau in sein Hotel. Dort erklärt Henry Catherine seine Situation und sie beschließen, in die Schweiz zu gehen. Um einer bevorstehenden Verhaftung zu entgehen, vor der sie der Barmixer gewarnt hatte, brechen sie spät am Abend mit dem Boot des Barmixers in Richtung Schweizer Ufer auf. Dort kommen sie nach einer strapaziösen Ruderfahrt morgens an. Nachdem sie in einem Cafe gefrühstückt haben, werden sie verhaftet. Aufgrund ihrer Nationalitäten und der Tatsache, dass sie über genügend Bargeld verfügen, werden sie jedoch wieder freigelassen und machen sich auf den Weg nach Montreux, der erste Ort, der Catherine spontan einfällt.
Im Fünften Buch ist Catherines Schwangerschaft weit fortgeschritten. Sie wohnen bei einem Ehepaar in den Bergen, wo sie die Ruhe und Einsamkeit und ihre Zweisamkeit genießen. Sie schmieden Zukunftspläne über ihre Hochzeit, ihren zukünftigen Wohnsitz und über ihr Dasein als Familie. Doch ihr gemeinsames Glück ist nur von kurzer Dauer, der Sohn wird während eines Kaiserschnitts tot geboren und Catherine stirbt kurz nach der Geburt.
E.W. 2007
Zuletzt angesehen: » nordamerika » wer_die_nachtigall_stoert » der_leopard » praesentationen_mit_dokuwiki » spielplatz » buchhandel » der_letzte_sommer » start » immobilienwirtschaft » in_einem_anderen_land
Sie befinden sich hier: start » in_einem_anderen_land