Steve Tesich Der letzte Sommer

Steve Tesich (Stoja Stiv Tesic, * 29.09.1942 - + 01.07.1996) wurde als serbisch-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor bekannt. Neben einem Oskar für das Drehbuch zu „Vier irre Typen - Wir schaffen alle, uns schafft keiner“ und dem posthum im Jahre 2005 ins Leben gerufene serbische Stojan Stiv Tesic-Literaturpreis schuf er verschiedene Stücke, Bücher und Drehbücher wie auch das hier vorgestellte Buch „Crossing Summer“ aus dem Jahre 1982.

„Der letzte Sommer“, wie der deutsche Titel heißt, erzählt die Geschichte einiger Jugendlicher aus einem Vorort Chicagos in den späten sechziger Jahren, wie sie den Übergang vom Kindsein zum Erwachsenenleben erleben.

Dem Hauptprotagonisten Daniel Price werden zwei Freunde und eine erste Liebe an die Seite gestellt, anhand derer der gnadenlose Übergang nach Beendigung des letzten Highschooljahres in die Arbeitswelt zu Beginn des Herbsts beschrieben wird. Tesich beschreibt melancholisch und zum Teil anrührig die chaotischen Gefühlwallungen von Daniel und seinen Freunden. Die eingeschworene Freundschaft der drei Freunde Daniel, Billy und Larry wird auf eine harte Probe gestellt, als nach Beendigung des letzten Schuljahres und er damit verbundenen Euphorie, ein undefinierter neuer Lebensabschnitt beginnt. Billy klammert sich an die Freundschaft der Dreien und sucht nach gemeinsamen Zukunftsplänen, z. B. in der Army. Larry verkörpert den rebellischen Jugendlichen, der sich gegen alle Bestimmungen der Gesellschaft auflehnt und schließlich abhaut, nachdem er erkennen muss, dass er die Gesellschaft mit seinen Mitteln nicht verändern kann. Daniel verliert sich in einer ersten Jugendliebe zu Rachel, die nicht ganz aufrichtig mit ihm ist, ihm aber die Möglichkeit erschafft, aus seinem traurigen Alltag, mit einem schwer krebskranken Vater zu entfliehen. Er gibt sich dieser Liebe hin, um sich nicht mit seiner Zukunft und seinen Ängsten auseinander setzen zu müssen. Er verliert dadurch den Kontakt zu seinen Freunden und kann nur noch die fortgeschrittenen Entwicklungen am Ende des Sommers beobachten und hinnehmen. Tesich zeichnet 3 unterschiedliche Lebensmodelle, deren Ausgänge am Ende offen bleiben. Er vereint die Vielzahl an unterschiedlichen Gefühlen, die Jugendliche in sich tragen, wenn sie an der Schwelle zum Erwachsenenleben stehen. Er schafft es, die unterschiedlichen Facetten alternativer Lebensweisen zu beschreiben, ohne dogmatisch zu wirken oder mit Vorschriften auf den Leser einzuwirken. Daniel erkennt am Ende seines Sommers: „Alles war eine Frage des Verhältnisses, Liebe, Freiheit, einfach alles.“; danach macht er sich auf, in sein Leben ……

Insgesamt ein lesenswertes Buch, welches viel Stoff zum Nachdenken bietet und einlädt inne zu halten, um über die eigenen Lebensentscheidungen noch einmal nachzudenken.

E.W.


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