Lübbe 2002
Eine mögliche Erklärung für den skurrilen Humor eines Arto Paasilinna ist vielleicht die Tatsache, dass der Finne dort oben im hohen Norden in der Hälfte des Jahres die Sonne entweder zu selten oder zu intensiv sehen darf. Denn welcher Autor führt schon das Wort »Massenselbstmord« im Titel?
Am Abend des Mittsommerfestes entwickelt sich aus der zufälligen Begegnung zweier unfähiger und damit gescheiterter Selbstmörder der besagte »wunderbare Massenselbstmord«, den ein bankrotter Geschäftsmann und ein kaltgestellter Oberst gemeinsam mit einer ausgebrannten Lehrerin organisieren. »Wunderbar« ist dabei die Idee, möglichst viele Lebensmüde um sich zu scharen, damit das Scheiden aus dem Leben nicht einsam und stümperhaft, sondern in geselliger Runde und durchgeplant geschieht.
»Wunderbar« ist aber auch dieser absurde Roadtrip quer durch Europa. Denn ein Bus voller Selbstmordwilliger macht sich auf den Weg, einen geeigneten Ort zu finden, um sich endlich von der Last eines sinnlosen Lebens zu befreien.
Dass alle Reisenden tatsächlich diesen Ort finden, ist das »wunderbarste« an diesem voller Lebenslust, Ironie und Sprachwitz verfassten Roman.
(Anja Dittrich, 2003)