Halldór Laxness: Am Gletscher.

Steidl Verlag 2001

Mitte der sechziger Jahre reist ein junger Theologe als Vertreter des Bischofs (»Vebi«) von Reykjavik an den Snæfellsgletscher, um die Glaubensgrundsätze des örtlichen Pfarrers zu überprüfen. Ausgerüstet mit einem Tonbandgerät und einer Menge Ratio versucht er den Geschehnissen am Gletscher auf die Spur zu kommen. Und obwohl der junge Mann die Erlebnisse aus seiner Sicht beschreibt, wirken sie doch seltsam distanziert, da er immer von sich als »Vebi« berichtet. Seine zum Teil absurden Begegnungen am Fuße des Gletschers versucht er im nüchternen Protokollstil festzuhalten. Sein Versuch der objektiven Berichterstattung offenbart dabei ungewollte Komik. So stößt er bei der Konfrontation mit der bodenständigen Gletscheresoterik immer wieder an seine Grenzen – sowohl des Glaubens als auch des Verstandes.

Mit diesem Roman hat Laxness ein köstliches Stück isländischer Literatur mit typischem nordischen Humor und dem berühmten Schalk im Nacken geschaffen.

(Anja Dittrich, 2003)


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