Vorgestellt von Jennifer Claassen und Janine Jürgensen
Victoria und Johannes lieben sich können aber nicht zusammen kommen, da sie in unterschiedlichen Schichten leben. Sie kommt aus einem Herrenhaus und Johannes ist der Sohn eines Müllers. Sie kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Um den Herrenhof ihres Vaters ist es nicht gut bestellt, daher bittet ihr Vater sie, dass sie den reichen Kammerherrn Otto heiratet, um den Hof zu retten. Nach langen Zögern willigt sie ein und sagt, dass sie ihn heiraten wird. Johannes geht in die Stadt um zu studieren und bleibt lange fort. Eines Tages war auch Victoria in der Stadt und gestand Johannes ihre Liebe. Als Johannes zu Besuch zu Hause war rettete er einem jungen Mädchen das Leben vorm Ertrinken.Nach einigen Jahren wurde die Verlobung von Victoria und Otto auf dem Herrenhof gefeiert wo auch Johannes und zu seiner Überraschung auch Camille eingeladen waren. Da er nun wusste, dass Victoria vergeben war und er Camille (das Mädchen, das er vorm Ertrinken gerettet hatte) auch sehr nett fande, fragte er Camille, ob sie einmal sein würden könnte, wenn er sie im nächsten oder im übernächsten Jahr darum bitten würde. Camille sagte: Ja!
Am Tag darauf erfuhr er, dass der Leutnant Otto bei der Jagd erschossen worden ist. An dem Abend kam Victoria zu Johannes in die Mühle und bat mit ihm zu sprechen. Sie erzählte ihm, wie es passiert war und wie es zur Verlobung gekommen war, obwohl sie ja nur ihn liebte. Sie fragt, ob er ihr vergeben kann, doch Johannes sagte, dass er das kann, nur dass er jetzt verlobt sei. Einige Zeit später war Camille auf einem Ball gewesen und hat dort einen anderen Herrn, den Richmond, wieder gesehen, in den sie sich verliebt hat. Camille hatte Johannes zu einem Fest eingeladen, wo auch Victoria kommen würde. Johannes ist nicht hingegangen. Einige Zeit später trifft er Camille wieder und sie erzählt im, dass Victoria da war und krank wurde. Johannes traf den Hauslehrer von Victoria, der ihm dann später erzählte, dass Victoria gestorben ist und gab ihm einen Brief von ihr. Dort schreibt sie, wie sehr ihr das alles leid tut und dass sie nur ihn geliebt hat.
Nachwort: Die Geschichte von Victoria und Johannes hat mir sehr gut gefallen. Der Roman war sehr fesselnd, obwohl er so traurig war. Es gab wieder mal kein Happy End, wegen der unterschiedlichen Schichten konnten zwei Liebende nicht zusammen finden.
(Jennifer Claassen, 2003)
Der Müllerssohn Johannes liebt seit seiner Kindheit Victoria, die Tochter reicher Gutsleute aus seiner Nachbarschaft. Auch sie ist ihm nicht abgeneigt, jedoch verlobt sie sich auf Drängen ihres finanziell in Not geratenen Vaters mit einem wohlhabenden Lieutenant, um die Familienehre zu wahren. Johannes flieht in die Stadt und wird ein zwar erfolgreicher, aber unglücklicher Schriftsteller, der seine Sehnsucht nach Victoria in seinen Werken niederschreibt. Als Victorias Verlobter ums Leben kommt und sie endlich zu ihm stehen kann, hat sich Johannes jedoch nach jahrelangem vergeblichen Warten auf seine Jugendliebe bereits mit einer anderen verlobt ...
Johannes ist hin- und hergerissen, und als er sich schliesslich doch für Victoria entscheidet, ist es bereits zu spät: In einem Brief muss er erfahren, dass sie an einer Lungenkrankheit gestorben ist.
Dieses Liebesdrama erinnert stark an Emilia Galotti von Lessing und Kabale und Liebe von Schiller. Dort, genauso wie in diesem Stück, endet alles im Verderben: die Liebenden kommen zu Tode, bevor oder kurz nachdem sie wirklich zusammenfinden konnten ...
Victoria lässt sich im Vergleich zu den oben genannten Stücken sehr einfach lesen, die Sprache ist ohne Ausschweifungen (was vielleicht auch an der Übersetzung liegen mag?) und weicht nicht von ihrem Hauptweg ab.
Trotzdem (oder vielleicht genau deshalb?) war ich aufgrund des Endes ein wenig enttäuscht, ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht ... nicht unbedingt ein Happy End, aber ich hatte doch das Gefühl, Hamsun hat es sich zum Schluss ein wenig zu leicht gemacht, mir kommt die Sache mit dem Brief ein wenig lustlos dahingeschrieben vor.
(Janine Jürgensen, 2003)