Lew Tolstoj:
Anna Karenina. (1871)

In diesem Roman wird die russische Adelsgesellschaft des 19. Jahrhunderts betrachtet. Intrigen und Verrat beherrschen das oberflächlich betrachtet so prunkvolle Leben.

Als die Frau eines bedeutenden Politikers – Anna Karenina – das lebt, was viele verheimlichen, indem sie sich zu ihrer unehelichen Liebe bekennt, blickt sie in das wahre Gesicht der sie umgebenden Menschen: Hass, Ignoranz und Verachtung schlagen ihr entgegen. Als Anna Karenina schließlich, nur noch auf ihren Geliebten fixiert, an dessen Liebe zu zweifeln beginnt, nimmt sie sich das Leben.

Eine meines Erachtens noch wichtigere Rolle spielt jedoch ein Gutsbesitzer namens Lewin. Nachdem er von seiner großen Liebe Kitty eines anderen Mannes wegen zurückgestoßen wird, zieht er sich einsam und verbittert zurück.

Nach einer Weile überwindet er sich selbst und die gesellschaftlichen Skrupel und wagt einen zweiten, glücklichen, Versuch.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch primär gesellschaftskritisch. Dem dazu geneigten Leser mag es jedoch auch einfach als tragische Liebesgeschichte erscheinen. Unter anderem empfehlenswert für Fontane- und Austen-Liebhaber.

Ein mitreißendes und dennoch nachdenklich stimmendes Buch!

(Agnes Kristina Villwock, 2003)

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