Vorgestellt von Thorben Hahn und Ulrike Wenskat
Der Roman Der Fänger im Roggen von J. D. Salinger handelt von dem sechzehn Jahre alten Schüler Holden Caulfield, der kurz vor Weihnachten dem Internat, dessen er verwiesen wurde, den Rücken kehrt und in New York nach dem Sinn des Lebens sucht, seines Lebens.
Mehr braucht man auch eigentlich nicht über die Geschichte zu wissen, denn ansonsten passiert nicht viel, zumindest nichts Bedeutendes.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, denn ich habe die ganze Zeit gehofft, das jetzt etwas passiert, jetzt muß es doch mal losgehen. Aber nein, am Ende ist man genauso deprimiert wie der Protagonist selbst. Und man fragt sich, ist man so deprimiert, weil jedes zweite Wort traurig, hassen, deprimiert oder wütend ist, oder weil das Ende einfach unbefriedigend ist und es einem so abrupt erscheint.
Wahrscheinlich hatte ich meine Erwartungen einfach zu hoch gesteckt, denn ich habe so viel von dem Buch gehört oder gelesen, daß es einfach etwas besonderes sein mußte. Sehr viele haben es in höchsten Tönen gelobt und das es einfach eine Pflichtlektüre ist. Ich habe aber meine Erwartungen nicht erfüllt gesehen.
Trotzdem ist es leicht und angenehm zu lesen (sprachlich gesehen) und es entbehrt nicht eines gewissen Humors, bis man dieser ewigen Nörgelei des Ich-Erzählers leid ist.
(Thorben Hahn, 2003)Nachdem er zum vierten Mal einer Schule verwiesen worden ist, macht er sich auf den Weg in seine Heimatstadt New York, um die letzten drei Tage bis zu den Weihnachtsferien zu überbrücken, denn erst dann erwarten ihn seine Eltern. Er streunt ziellos durch die Stadt, geht in Bars, ins Theater und mietet sich in einem Hotel ein. Außerdem versucht er zu mehreren Bekannten Kontakt aufzunehmen, z.B. sein ehemaliger Lehrer Antolini und seine Ex-Freundin Sally Hayes. Allerdings scheitert er bei seinen Versuchen, mit ihnen zu sprechen. Die Erwachsenenwelt erscheint ihm falsch, trostlos und unmenschlich und er beschließt vereinsamt und desillusioniert nach Westen zu gehen. Allein seine kleine Schwester Phoebe, die er als einzige liebt und respektiert, und deren Wunsch, ihn zu begleiten, halten ihn zurück und bringen ihn dazu, Verantwortung für sich, sein Handeln und andere zu übernehmen.
(Ulrike Wenskat, 2003)