Vladimir Nabokov: Pnin

Rowohlt Taschenbuch Verlag 2002

Anfang der fünfziger Jahre lehrt ein russischer Emigrant am Waindell College im Staat New York seine Muttersprache. Der Name des mittlerweile amerikanischen Staatsbürgers ist Timofey Pnin. Während dieser liebenswert zerstreute Professor seine Abenteuer mit dem Zug, als Untermieter oder im Urlaub mit Exilrussen erlebt, wird in Rückblenden sein halbes Jahrhundert Leben episodenhaft beschrieben. Dass dieser hochgebildete, mit ritterlichen Tugenden ausgestattete Gelehrte trotz der großen Zahl erlittener Verluste noch beherzt und aufrecht einherschreitet, macht ihn zu einem wahren Helden. So ist seine Exfrau, eine kalte, berechnende Psychologin und fürchterliche Dichterin, immer noch seine einzige Liebe. Und auch ihren Sohn aus zweiter Ehe umkümmert er mit rührender Sorge.

Mit wunderbarem Humor und feiner Ironie schildert Nabokov durch den Ich-Erzähler »N.« Pnins Kampf mit dem Alltäglichen. Dabei spart er allerdings nicht mit beißendem Spott über das Universitätsleben, russische Emigranten und den american way of life, dem Pnin so gar nicht gerecht werden kann.

(Anja Dittrich, 2003)

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