Harper Lee:
Wer die Nachtigall stört ...

Vorgestellt von Janine Jürgensen und Annika Keiluweit

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Mit dem Thema Rassenhass/Diskriminierung der schwarzen durch weiße Menschen wird sich in vielen Büchern befasst; doch die Idee, dies aus der Sicht eines Kindes darzustellen, finde ich von der Autorin sehr schlau erdacht. Hier wird dem Leser durch die kindliche Naivität noch einmal schmerzlich vor Augen geführt, wie sehr gerade die erwachsenen Menschen (u. a.) von Vorurteilen (fehl-) geleitet werden:

Die Geschwister Scout und Jem wachsen ohne Mutter, aber trotzdem gut umsorgt von ihrem Vater und der fast mütterlichen Fürsorge der schwarzen Haushälterin auf. Die Unbeschwertheit ihrer Kindheit endet für das Geschwisterpaar, als ihr Vater, ein angesehener Anwalt, als Zwangsverteidiger für einen jungen Schwarzen, der beschuldigt wird eine weisse Frau vergewaltigt zu haben, eintritt. Sein Engagement trifft bei den übrigen weissen Stadtbewohnern auf Unverständnis, welches den dort herrschenden Rassenhass auch auf seine eigene Familie überträgt ... Scout und Jem müssen lernen, mit den Vorurteilen und der Ungerechtigkeit ihrer erwachsenen Mitmenschen umzugehen und sich, geleitet durch ihren Vater, zu tolerant denkenden und nur ihrem Gewissen verpflichteten Menschen zu entwickeln.

(Janine Jürgensen, 2003)

2

Die Geschwister Jem und Scout wachsen bei ihrem Vater Atticus Finch, einem Rechtsanwalt, in Alabama auf. Sie verleben eine glückliche Kindheit bei ihrem toleranten und liebevollen Vater.

Diese Idylle findet jedoch ein jähes Ende, als Atticus sich entschließt, einen Farbigen zu verteidigen, der die Tochter eines weißen Bauern vergewaltigt haben soll. Plötzlich sind sie den Anfeindungen der engstirnigen Bevölkerung ausgesetzt. Atticus erklärt den Kindern, wie wichtig es ist sich in die Positionen anderer hineinzuversetzen, um beispielsweise die Demütigung der Farbigen nachvollziehen zu können.

Die Rahmenhandlung um den geheimnisvollen Boo Radley lockert die Geschichte auf, so dass es nicht ausschließlich um den Rassenkonflikt geht.

Ich mag diesen Roman sehr, weil er Werte wie Toleranz, Rücksichtnahme und Unvoreingenommenheit gegenüber anderen auf unaufdringliche Weise vermittelt.

(Annika Keiluweit, 2003)

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