Ken Kesey:
Einer flog über das Kuckucksnest

»...einer Ost, einer West,
Einer flog über das Kuckucksnest«

Der Film von Milos Formann wurde mit fünf Oscars ausgezeichnet – zu Recht. Jack Nicholson brillierte in der männlichen Hauptrolle, vielleicht seine beste.

Auch das Theater ließ sich von der Buchvorlage inspirieren und brachte die Geschichte auf die Bühne, ebenso erfolgreich.

Vor dem Hintergrund dieser Erfolgsstory ist es also interessant, die Grundlage dazu zu betrachten, nämlich den gleichnamigen Roman von Ken Kesey.

Die Handlung findet statt in einer Irrenanstalt. Der Kleinkriminelle McMurphy ist gerade neu angekommen und muss das Pflegepersonal erst noch von seiner Geisteskrankheit überzeugen – und in Wirklichkeit fehlt ihm auch gar nichts. Er hat sich in die Klinik einweisen lassen, um der anstrengenden Arbeit im Straflager zu entgehen. McMurphy will sich alle Mühe geben, die Zeit seiner Haft zu genießen. Und weil er niemand ist, der sich leicht unterordnet, bringt er den Tagesablauf der Klinik völlig durcheinander.

Doch er hat ein einnehmendes Wesen und kann – von dem Personal abgesehen – alle Sympathien auf seine Seite ziehen.

Doch McMurphy muss einsehen, dass das Leben in der Nervenheilanstalt kein Urlaub ist, wie er es sich vorgestellt hat. Nach und nach deckt er die Missstände auf und erfährt sie am eigenen Leib.

Das Buch ist wirklich beeindruckend. Dennoch muss ich sagen, dass es teilweise weitaus verrückter ist als die Insassen der Anstalt. Der Autor hat sich zu einigen kreativen Höhenflügen hinreißen lassen, die weder im Film noch im Theaterstück Verwendung gefunden haben, und das nicht ganz unbegründet. Davon aber abgesehen, lohnt es sich wirklich, dieses Buch mal näher anzuschauen - der Film ist wirklich gelungen, trotzdem sind die Charaktere im Buch weitaus plastischer geschildert.

Und am Ende muss sich der Leser fragen, welcher der Insassen nun eigentlich wirklich verrückt ist – die Verrückten oder die 'Normalen'.

Rowohlt, ISBN: 3499150611


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