Die Geschichte spielt zwischen dem Ende der Vierziger und dem Anfang der Fünfziger Jahre in Amerika und wird aus der Perspektive eines jungen Mannes namens Sal erzählt. Er lebt bei seiner Tante in New York und hat als Kriegsveteran ein College-Stipendium erhalten. Außerdem schreibt er an seinem ersten Roman.
Durch einen gemeinsamen Freund lernt er Dean kennen. Dieser ist ein etwa 25-jähriger rastloser Geist, der keinen Beruf erlernt hat und zeit seines Lebens vagabundierend quer durch die Staaten gezogen ist. Nach kurzer lässt Sal sich dann von Dean zu einem Trip in dessen Heimatstadt Denver überreden und von nun trampen die beiden – mal zusammen, mal allein, mal in Begleitung anderer gemeinsamer Bekannter und Freunde – unter anderem nach San Francisco, Mexico City und zwischendurch immer mal wieder zurück an die Ostküste nach New York.
Dabei sind sie immer auf der Suche nach einem rauscherfüllten Dasein. Sie kiffen, betrinken sich bis zur Besinnungslosigkeit, stehlen Autos, feiern wilde Partys und hören die angesagte Musik dieser Jahre – den Bebop.
Dieses Buch hat mich schon von der ersten Seite erstaunt, denn ich war immer davon ausgegangen, dass die hier beschriebene Jugendkultur die der Sechziger Jahre sei. Aber ich wurde eindeutig eines Besseren belehrt. Denn nicht erst seit den Sechziger Jahren haben junge Menschen versucht, durch berauschende Drogen, Abenteurer in fremden Gegenden und Kulturen und Musik ihren Lebenssinn, ihren Platz im Leben zu finden.
Kerouac beschreibt nahezu alle Personengruppen, die man am Rande der Gesellschaft finden kann, z. B. Landstreicher, Homosexuelle, Narkotiker und Kriminelle, aber auch wiederkehrende Merkmale einer jeden modernen Jugendkultur, z. B. Drogenkonsum, wilde Partys und sexuelle Freizügigkeit. Jedoch hätte ich diese Dinge nicht unbedingt auf diese Art und Weise mit den Nachkriegsjahren in Verbindung gebracht.
Unterwegs hat zwar keine richtige Handlung. Vielmehr wird die Intention des Autors – nämlich das Lebensgefühl der direkten Nachkriegsgeneration, deren Wünsche, Sehnsüchte und Ansichten zu beschreiben – anhand vieler kleiner Zwischenhandlungen/-szenen klar.
Durch eine authentische, teilweise sogar philosophische Sprache lässt Kerouac die Hauptfiguren sehr echt wirken und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Geschichte auch noch ein bis zwei Jahrzehnte später von großer Bedeutung für viele junge Menschen war.
(Ulrike Wenskat, 2003)