Frank Huyler schildert in autobiographischen Kurzgeschichten die schönen und schrecklichen Momente in der täglichen, oft dramatischen Arbeit eines Notarztes.
Er erzählt von Augenblicken des Glücks ebenso wie von den Momenten der Hilflosigkeit. Er liefert ein eindringliches Portrait der heutigen Medizin und ein bewegendes Psychogramm der Begegnungen und Gefühle von Arzt und Patient. Charaktere von Ärzten wie Patienten werden geschildert, der Klinikalltag wird mit den Geschichten der oft fremden Patienten verwoben.
Oft geschieht Unmögliches oder Hoffnungsloses, aber auch das Versagen spielt eine große Rolle. Die Schwierigkeiten eines Arztes in einem psychisch wie physisch höchst anspruchsvollen Beruf werden dargestellt und gewähren so einen Einblick in die fremde, schwer durchschaubare Welt der Notfallmedizin.
In diesem Buch werden keine Alleskönner oder Engel dargestellt, wie sie in typischen Arztserien geschildert werden. Aber auch die Patienten sind nicht immer engelsgleich: Verbrechern wird das Leben gerettet während Unschuldige den Kampf mit dem Tod verlieren.
Es besteht eine feine Balance zwischen der Schilderung der oft schockierenden Schicksale der Patienten und Huylers eigenen, sehr offen dargestellten Umgang mit diesen Belastungen. Durch diese Ehrlichkeit werden die Erzählungen erst authentisch.
Das Buch ist spannend, faszinierend und regt stark zum Nachdenken über Leben und Tod und die Rolle der Ärzte dazwischen.
(Linda Seidel, 2003)