Fahrenheit 451 ist der Hitzegrad, bei dem Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt.
Fahrenheit 451 ist auch der Titel eines Buches von Ray Bradbury, das mich sehr verstört hat. Das Verbot aller Bücher, von Müßiggang und individualistischem Denken.
Eine erschreckende Vorstellung?
Ja, natürlich. Technisierte Gesellschaft, Fernsehen als Familienersatz und mit 300 km/h fortbewegt werden.
Eine Zukunftsvision?
Ja, 1953, im Jahr der Veröffentlichung.
Und 50 Jahre danach?
Ist diese Utopie nicht längst zur Realität geworden?
Nehmen wir uns Zeit für Müßiggang? Haben wir überhaupt noch
Zeit, uns selbst und unsere Gesellschaft zu hinterfragen?
Natürlich lebt es sich unbeschwerter, indem man »Rüssel an Schwanz« der Masse hinterherläuft, ohne den eigenen Weg zu suchen.
Sollten wir aber wagen, uns abseits der Trampelfade des Alltages zu bewegen, werden wir feststellen, wie interessant und vielfältig das Leben sein kann.
Ich wünsche mir viele Leser, die nach dieser Lektüre sich selbst und ihre Umwelt mit anderen, kritischeren Augen betrachten.
Ray Bradbury: Fahrenheit 451; Diogenes Verlag, Zürich 1981
(Annika Manegold, 2003)