Virginia Woolf: Orlando

Virginia Woolf: Orlando
Fischer Taschenbuch Verlag 1992

Es beginnt im elisabethanischen England: Ein Jüngling erwirbt die Gunst der jungfräulichen Königin. Es endet in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts: Eine reife Frau feiert als Autorin große Erfolge. Die Zeit dazwischen ist ausgefüllt mit Abenteuern, Galanterien und Poesie. Virginia Woolf spannt in ihrer Romanbiographie einen Bogen über fünf Jahrhunderte. Und der Pfeil, den sie abschießt, heißt »Orlando«.

Ein unbenannter Biograph berichtet, nicht ohne auf die Schwierigkeiten seiner Tätigkeit hinzuweisen, vom Leben Orlandos und macht dabei immer wieder essayistische Einschübe über die Theorie des Schreibens. Denn das Bestreben von Orlando ist es, ein großer Schriftsteller zu werden. Doch erst als er sein Geschlecht wechselt, und somit die männliche mit der weiblichen Seite vereinigt, und den Konventionen des Literaturbetriebes den Rücken kehrt, tragen ihre Bemühungen endlich Früchte.

Dass diese Biographie nicht nur pure Fiktion ist, hat Virginia Woolf öfter bestätigt. Orlando ist eine Liebeserklärung an ihre langjährige Freundin und Schriftstellerin Vita Sackville-West, deren hochadelige Abstammung die Autorin stets fasziniert hat.

(Anja Dittrich, 2003)

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