Mary Shelley:
Frankenstein oder Der moderne Prometheus. (1818/1912)

Der junge Viktor Frankenstein, ein Student der Naturwissenschaften in Ingolstadt, ist besessen von der Idee, eine Kreatur zu schaffen, um mit ihr das Geheimnis allen Lebens zu ergründen. Er bereitet sich akribisch auf diesen Augenblick vor, dann ist es soweit: Eines Nachts setzt er aus verschiedenen Leichenteilen seine Kreatur zusammen und erweckt sie zum Leben. Ein Schritt, den er seine Leben lang bereuen wird und von dem er verfolgt wird. Er erblickt eine schauerliche Kreatur, angsteinflößend und wendet sich kurz nach der Erschaffung von ihr ab.

Die von ihm erschaffende Kreatur durchstreift fortan allein die Welt, soziale Ausgrenzungen machen ihn schließlich zu einem Monster.

Durch die eigene beängstigende Hässlichkeit geschlagen, in tiefer Einsamkeit vegetierend und trotz künstlicher Erschaffung ein überaus intelligentes Wesen, sucht er schließlich wieder Kontakt zu seinem Schöpfer. Er fordert von Frankeinstein, ein ihm gleiches, weibliches Wesen zu erschaffen, um seiner Einsamkeit zu entkommen. Tut er dieses nicht, wird er alle geliebten Menschen um Frankenstein töten. Frankenstein, seit Jahren in Angst vor der Kreatur lebend, weiß, dass er niemals wieder als Schöpfer agieren darf, beginnt aber trotzdem den Prozess und bricht ihn in letzter Sekunde ab, tötet das zweite von ihm erschaffene Wesen. Nun beginnt die Verfolgung Viktor Frankensteins durch das Monster. Wie vorhergesagt, sterben alle geliebten Menschen um Viktor, darunter auch seine geliebte Braut. Im Eis der Arktis kommt es schließlich zum Höhepunkt: Die Kreatur tötet seinen Schöpfer, um danach sich selber auszulöschen.

Auch wenn die Frankenstein-Philosophie in zahlreichen Büchern und Filmen noch heute aufgegriffen wird (Geschöpf gegen Schöpfer), ist das Original von Mary Shelley immer noch der Schauerroman schlechthin! Angsteinflössend ist die Parabel, die aufzeigt, dass der Mensch und die künstliche Kreatur gar nicht so unterschiedlich sind ... Kann ein Mensch selbst Leben erschaffen oder führt dieses in seinen eigenen Untergang? Beeindruckend auch, dass Mary Shelley ihren Frankenstein im Alter von 19 (!) Jahren schrieb!

(Gesa Fritsche, 2003)

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