»What Orwell feared were those who would ban books. What Huxley feared was that there would no reaon to ban a book, for there would be no one who wanted to read one.« (N. Postman, 1985)
In vielen Jahren ist die »ideale Gesellschaft« Wirklichkeit geworden. Jedermann scheint glücklich und mit seinem Leben zufrieden. Die Menschen sind in fünf Kasten aufgeteilt – Alphas sind die am weitesten entwickelte Gruppe, Epsilons nur zu körperlicher Arbeit geeignet. Embryonen werden in Flaschen gezüchtet und durch Zugabe von Alkohol oder Sauerstoffentzug an eine Kaste angepasst. Mittels Pavlovian conditioning und Hypnopaedia werden Kleinkinder perfekt manipuliert. Es gibt keine wahren Gefühle, bestehende Probleme werden mit der Droge »Soma« unterdrückt. Individualität ist in jeder Hinsicht verboten.
Dennoch gibt es noch einige »Wilde«, Menschen, die in Reservaten leben, fernab der »modernen Zivilisation«.
Einer von ihnen, John, gerät durch Zufall in die »schöne neue Welt« und wird durch die Liebe zu einem Betha-Mädchen mit dem System dieses Kollektivs konfrontiert. Er unternimmt gemeinsam mit einem nicht perfekt konditionierten Alpha den Versuch einer Revolution – vergeblich, denn niemand fühlt sich unterdrückt.
Dieses 1932 verfasste Buch das zu den bekanntesten utopian novels zählt, hat in der heutigen Zeit einen erschütternden Prophezeiungscharakter. Absolut empfehlenswert für jeden, der die Oberflächlichkeit und den Leichtsinn der Gesellschaft im Ansatz erkennt und sich der eventuell drohenden Folgen vielleicht (noch) nicht bewusst ist. Ebenso spannend wie erschreckend und lehrreich!
(Agnes Kristina Villwock, 2003)