Eine Horde Jungen findet sich nach dem Absturz ihres Flugzeuges auf einer einsamen tropischen Insel wieder. Fernab der Zivilisation versuchen sie nun zu überleben, was ihnen anfangs durch eine selbsternannte soziale Ordnung, in der jeder seine Aufgabe zugeteilt bekommt, auch ganz gut gelingt. Doch das Verhalten der Kinder schlägt zusehends ins Negative um: Durch Streit und Machtspielchen einiger älterer Jungen zerbricht der entstandene Zusammenhalt völlig, es kommt zu Terrorisierungen untereinander, denen sich moralische Verbrechen und sogar gegenseitige Menschenjagd anschliessen ...
Bei diesem Buch mit dem harmlosen Titel Herr der Fliegen könnte es sich anfangs tatsächlich um einen typischen Abenteuerroman für Jugendliche handeln, jedoch wird einem bald klar, dass dem nicht so ist. Die Geschichte driftet teilweise in den Sciencefiction-Bereich hinein und gewinnt zusehends an Grausamkeit. Golding schildert sehr genau, wie sich die zuerst kindlich und unschuldig verhaltenden Jungen in kalt und berechnend handelnde Erwachsene verwandeln. Vielleicht ein wenig überspitzt gibt er dem Leser einen tiefen Einblick in die Dunklen Seiten der Menschen mit all ihren Bösartigkeiten ....
(Janine Jürgensen, 2003)