Anthony Burgess: Uhrwerk Orange

Der Roman Uhrwerk Orange von Anthony Burgess führt uns in das Leben von Alex ein, einem prügelnden, tötenden und vergewaltigenden Menschen, der durch eine staatliche Therapie zum »wahren Christen« umgepolt werden soll, und sich plötzlich in der Opferrolle sieht, da er sofort Überkeit und Brechreiz verspürt, wenn ihn sexuelle oder brutale Gefühle plagen.

Alex geht noch zur Schule, mehr oder weniger und seine Eltern roboten täglich in der Fabrik. Er hört tagsüber Beethoven und Mozart und schlägt die Zeit tot, bis abends, denn da geht es los. Mit seinen Droogs zieht er plündernd und Gewalt verbreitend durch die Stadt. Sie vergewaltigen und schlagen jeden, stehlen und zerstören alles, unter Einfluß von Drogen und Alkohol.

Bis zu dem Tag, an dem er Verraten und eingesperrt wird. Doch damit endet der Alptraum noch nicht. Denn er muß sich, als Versuchskaninchen, einer Therapie unterziehen, die ihn zum »wahren Christen« umfunktionieren soll. Unfähig sich danach zu wehren, ist er jetzt das Opfer. Seine Eltern, seine Opfer und auch seine ehemaligen Freunde rächen sich jetzt an Alex.

Uhrwerk Orange ist ein drastisches, brutales und abstoßendes Buch, das aber daraus seine Faszination zieht. Die mit erfundenem Slang versetzte Sprache, die drastische Ausdrucksweise und phantasievolle Projektion der damaligen Umstände in die Zukunft, machen das Buch auch heute noch zu einem intelligenten, lehrreichen und aktuellen Roman. Der Gesellschaft wird ohne Kompromisse der Spiegel vorgehalten. Und man muß leider feststellen, daß nicht mehr alles nur Zukunftsmusik ist.

(Thorben Hahn, 2003)

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