Zum 100. Todestag Zolas 2002, erschien sein Buch Thérèse Raquin in neuer Übersetzung bei dtv.
Thérèse lebt mit ihrem kränkelndem Ehemann und dessen Mutter in einer düsteren Gegend in Paris. Von Natur aus still und duldsam, verbergen sich hinter ihrer gleichgültigen Miene Trostlosigkeit und Langeweile.
Alles ändert sich, als sie Laurent, einen Freund ihres Mannes kennen lernt.
Zwei völlig unterschiedliche Temperamente treffen aufeinander und das Drama nimmt seinen Lauf. Die unbefriedigte Frau und der starke Mann ge- ben sich ganz ihren Trieben hin. Als jedoch ihre heimlichen Treffen unmöglich werden, sinnen sie einen Plan aus, Camille zu beseitigen.
(Der Spannung halber ist hier Schluss!)
Nach Veröffentlichung des Buches, 1867, wurde Zola stark kritisiert.
Als »Kloake« und »ein Haufen Unrat« wurde sein Werk von Kritikern beschimpft. Ihm wurde vorgeworfen, einzig die Absicht verfolgt zu haben, obszöne Szenen zu schildern. Zola ging es jedoch darum, die menschliche Psyche zu ergründen. Seine Charaktere handeln nicht nach ihrem Verstand, sondern geben ihren Trieben nach.
Im Sinne des aufkommenden Naturalismus studierte er die Abgründe des Menschen mit wissenschaftlicher Genauigkeit.
Das Ergebnis ist ein spannender Roman, der uns in die Tiefen der menschlichen Seele entführt, und danach nicht so schnell wieder freigibt.
Emile Zola: Thérèse Raquin ; dtv, München 2002
(Annika Manegold, 2003)