Voltaire, François Marie: Candide

Ein wunderschöner Jüngling, arglos, sanftmütig, neugierig und mit einem gesunden Menschenverstand gesegnet, wächst im Schloss eines Freiherrn auf und verliebt sich in die Tochter des Barons. Doch schon beim ersten Kuss werden sie erwischt und Candide wird vom Schloss gejagt.

Unzählige Abenteuer später, in dem immer wieder sein Leben und das seiner Freunde, die er auf seinen Reisen findet, gefährdet ist, trifft er die Angebetete wieder und mit ihr alle seine alten Freunde aus seiner Zeit im Schloss. Zwar ist Kunigundes Schönheit während der Strapazen, denen auch sie ausgesetzt war, inzwischen verblasst, aber zumindest kann sie Kuchen backen, so lebt die kleine Gesellschaft still und bescheiden zusammen. Nicht, dass es ihnen schlecht ginge, wie sagt doch der alte Hauslehrer Candides: »In dieser besten aller Welten sind alle Geschehnisse eng miteinander verknüpft. Denn wären sie nicht wegen ihrer Liebe zu Fräulein Kunigunde mit wuchtigen Fußtritten in den Hintern aus einem schönen Schloss verjagt worden und nicht in die Hände der Inquisition geraten, hätten sie nicht Amerika zu Fuß durchwandert, dem Baron einen tüchtigen Degenstich versetzt und nicht alle ihre Hammel aus dem schönen Lande Eldorado verloren – dann würden sie jetzt nicht hier kandierte Zedratfrüchte und Pistazien essen.«

Ein nettes, kleines, märchenhaftes Büchlein mit Abenteuern, Happy End, das allerdings nicht ohne Moral auskommt.

(Jasmin Michaelsen, 2003)

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