Die 17-jährige Cecile verbringt zusammen mit ihrem Vater den Sommerurlaub an der französischen Riviera. Ihr Vater ist verwitwet und ein Frauenheld, er wechselt seine jungen Freundinnen oft. Cecile und ihren Vater verbindet ein sehr freundschaftliches Verhältnis, beide lieben ihre Freiheit und respektieren sich voll und ganz. Begleitet werden beide von Elsa, der jungen aktuellen Geliebten des Vaters. Die drei geniessen sorglos die Sonne, das Meer, den Strand und die Gesellschaft reicher Freunde beim Essen. Oberflächige Gespräche erfüllen ihre Tage.
In diesem Sommer verliebt sich Cecile in Cyril, einen 25-jährigen Studenten. Fast leidenschaftslos wird von ihren Begegnungen berichtet. Cecile genießt zwar die Zeit und die Zärtlichkeiten mit ihm (sie verliert ihre Jungfräulichkeit), aber bildet sich wahre Gefühle fast nur ein.
Dann, eines Tages, wird die Idylle unterbrochen. Anne, eine Freundin der verstorbenen Mutter kündigt ihren Besuch an. Sie ist eine erfolgreiche Modeschöpferin, wunderschön und von Cecile schon früher bewundert. Auch Cecils Vater ist angetan von ihrer Art und Schönheit. Es kommt wie es kommen muss: Beide verlieben sich ineinander und Elsa verlässt das Haus.
Doch Cecile akzeptiert diese Liebe nicht. Sie fürchtet um das bisherige leichte Leben mit ihrem geliebten Vater, der Anne sogar heiraten will, und somit droht, bürgerlich zu werden. Also spinnt sie zusammen mit Cyril und Elsa eine Intrige. Beide geben sich als Liebespaar aus. So wird Cecile von Anne und ihrem Vater wegen der verlorenen Liebe zu Cyril bedauert und der Vater wird eifersüchtig auf Cyril, mit der schönen Elsa an seiner Seite. Diese Intrige endet in einer Tragödie. Nach einem von Cecile geplanten Zusammentreffen ihres Vaters mit Elsa werden die beiden von Anne ertappt. Enttäuscht reist diese sofort ab. Am Abend erreicht Cecile und ihren Vater die Nachricht, Anne sei mit ihrem Auto tödlich verunglückt. Cecile ist zwar geschockt, nimmt die Situation aber später fast gleichgültig hin ohne auch nur etwas Reue zu zeigen. Vater und Tochter leben nun weiter wie vorher.
Die ganze Geschichte wird von Cecile, der Ich-Erzählerin, von einem Gefühl der Langeweile (tristesse) und Sorglosigkeit geprägt. Sie lebt in den Tag hinein und kann auch für Cyril keine wahren Gefühle entwickeln. Beim Lesen der ersten Seiten hatte ich das Gefühl, das Buch sei eher etwas trivial. Aber gerade dieses Triviale lässt den Zustand von Cecile und ihrem Vater, diese Sorglosigkeit erkennen. Außerdem schrieb F. Sagan das Buch mit 18 Jahren! Deshalb wirken die Beschreibungen wahrscheinlich auch so exakt. Kleine Widergabe aus dem Kanon: »Das Buch spiegelt die Flüchtigkeit des Glücks, die Langeweile, die Gleichgültigkeit und ist somit Ausdruck des existenzialistischen Gefühls seiner Zeit.«
Bonjour Tristesse ist eine unterhaltsame aber trotzdem anspruchsvolle Lektüre! Heute allerdings etwas in Vergessenheit geraten!
(Gesa Fritsche, 2003)