Michel Houellebecq: Elementarteilchen

Wer Michel Houellebecq nicht schon von Ausweitung der Kampfzone kennt, sollte sich auf einiges gefasst machen. Elementarteilchen ist ein Tritt in die Magengrube.

Houellebecq erzählt die Geschichte zweier Halbbrüder, die von ihrer egoistischen Mutter, eine Achtundsechzigerin, im Stich gelassen wurden und in kalter Einsamkeit aufwachsen. Im Zuge ihrer sexuellen Selbstverwirklichung befindet sie sich irgendwo weit weg in Kalifornien zwischen fernöstlichen Heilslehren und Schönheitsoperationen.

Bruno, hässlich, nicht besonders helle und Opfer seiner sexuellen Obsessionen, flüchtet nach einer gescheiteren Ehe aus Verzweiflung in ein Camp namens »Ort der Wandlung«. Er lässt zahlreiche esoterische Seminare aller Art über sich ergehen, nur um vielleicht doch noch eine der geilen »Tantra-Schlampen« flachzulegen.

Michel ist Molekularbiologe und verbringt sein autistisches Forscherleben zwischen Supermarkt und Psychopharmaka, bis er in einem gentechnischen Institut in Irland das unsterbliche und geschlechtslose menschliche Wesen klont.

(Benjamin Vohs, 2003)

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