Flaubert schildert den Lebensweg des jungen Frederic Moreau im Paris um 1848. Frederic entwickelt sich vom hoffnungsvollen, leicht zu begeisternden jungen Mann zum stumpfen Kleinbürger. Er kommt aus der Provinz nach Paris, um Jura zu studieren. Seine Mutter hofft auf eine Erbschaft durch einen reichen Onkel, dafür muß ihr Sohn einen ehrbaren Beruf anstreben. Frederic verliebt sich unglücklich in Madame Arnoux, die Frau eines Kunsthändlers. Er verbringt seine Tage meistens damit, eine Beschäftigung zu finden, die Madame Arnoux gefallen könnte. Diesen Beschäftigungen wird er aber meistens schnell leid.
Durch seinen Freund kommt er mit revolutionär gesinnten Künstlern in Berührung und übernimmt für kurze Zeit eine politische Rolle. Weil er aber unentschlossen und passiv ist steht er zwanzig Jahre später vor den Trümmern seines Lebens.
Die ganze Geschichte wird aus Frederics Perspektive erzählt. Man erfährt von allen Dingen aus seiner Sicht. Das kann ermüdend wirken. Trotzdem ist Lehrjahre des Gefühls ein umfassendes Zeitporträt.
(Bettina Sablowski, 2003)