Insel Verlag; ISBN 3-458-33561-7
Die beiden Pariser Junggesellen und Freunde Bouvard und Pécuchet ziehen nach ihrer Pension in die Provinz. Dort wollen sie zunächst ein einfaches Landleben führen, verfallen aber bald in eine art Experimentierrausch. Vorher lediglich mit einfältiger Bürokratie beschäftigt, leben sie nun sämtlichen Wissensdurst aus. Tierversuche, Experimente mit Pflanzen ... schließlich werden auch Themen wie Religion, Hygiene und Archäologie zu sie interessierenden Gebieten.
Zu ihrem Verdruss gelingt ihnen nichts zu ihrer Zufriedenheit. Beide sind über alle Maßen ungeschickt und lediglich mit einem frustrierenden Halbwissen ausgestattet. Schließlich geben sie ihre Versuche auf und resignieren.
Dieser unvollendete Roman ist geprägt von einer düsteren Hoffnungslosigkeit und ermüdenden Geschmacklosigkeit. Obwohl Flaubert seine Protagonisten offensichtlich für ihr Tun verurteilt, fällt das Lesen schwer. Zu skurril und häufig ekelhaft sind die Experimente der beiden und es fällt schwer, nicht eine ausgeprägte Abneigung gegen die älteren Herren zu entwickeln. Keiner erfährt im Laufe der Geschichte eine charakterliche Entwicklung, vielmehr ist das stetige Gefühl von Stillstand nur schwer zu ertragen. Nach der Lektüre von Madame Bovary ein untypisches und wohl für viele Leser enttäuschendes Buch.
Nichtsdestotrotz mag der offene Leser viel Kritik an mangelndem Wissen und am Menschen an für sich finden und schätzen können.
(Agnes Kristina Villwock, 2003)