Sophokles: König Ödipus

Diese Tragödie spielt in antiken Griechenland und ist der Stoff, der erst sehr viel später von der traditionellen Psychologie verarbeitet wurde.

Der Text handelt von einem Mann, der vom Lande stammt und nichts von seiner Herkunft weiß. Ihm wird prophezeit, dass er später einmal seinen Vater erschlagen und seine Mutter heiraten werde. Als er Zeuge eines Überfalls wird, tötet er einen der Männer. Wenig später gelangt er in eine Stadt, die von der Sphinx bedroht wird. Nur wer ihr aufgetragenes Rätsel lösen kann, wird die Stadt retten. Ödipus löst das Rätsel. Zum Dank darf er die erst kürzlich gewordene Königswitwe heiraten.

Nach einigen Jahren wird ihm durch einen Blinden gesagt, dass sein Orakel wahr geworden sei. Der Mann am Wegesrand war sein Vater und die Königswitwe seine Mutter, mit der er inzwischen Kinder hat. In einem Anfall von Wahnsinn blendet er sich selbst und geht fort. Diese Wanderung ist Bestandteil einer anderen Tragödie von Sophokles. Seine Frau und Mutter nimmt sich das Leben.

Das Rätsel dieser Geschichte gehört zu den mit am meisten zitierten Textstellen der Weltliteratur. Es handelt von Werden und Vergehen sowie von Selbsterkenntnis, also philosophischen Aspekten.

(Sandra Burkard, 2003)

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