Platon: Phaidon (ca. 400 v. Chr.)

»Sage nun, beim Zeus ...«

Leider beging ich den Fehler unverbesserlicher Vielleser/innen, das Nachwort vor dem Text zu lesen, in der Hoffnung, besser auf die jahrtausendealten Dialoge vorbereitet zu sein. Nach dem Motto »Hier irrt der Dichter« werden dort die Lücken in der Beweisführung Platons aufgezeigt. Das hat mir die Lektüre ein wenig verdorben, denn ich wollte natürlich diese Lücken auch unbedingt entdecken. Im besten Falle bleibt das aber das einzige Hindernis dabei, den eloquenten Rednern in die (Un-)Tiefen der Philosophie zu folgen.

Die Situation ist folgende: Sokrates, kurz bevor er den Giftbecher leert, debattiert mit einigen seiner Schülern (u.a. nämlich Phaidon) ausführlich über die Unsterblichkeit der Seele, wovon er sie zuguterletzt alle überzeugt. Und der/die geneigte Leser/in entscheidet für sich selbst, in wieweit sie sich den Argumenten anschliessen kann und wo doch lieber nicht.

Keine Frage: mit ihrem weitschweifigen Stil und mäandernden Gedankengängen eine anspruchsvolle Lektüre. Immer wieder erstaunlich, was in einem dünnen Reclam-Heft so steckt!

Platon: Phaidon. Reclams Universal-Bibliothek, Stuttgart 1978

(Sünne Burmeister, 2003)

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