Ovid ist biographisch gesehen einer der interessantesten Autoren der Antike. Er schrieb und veröffentlichte die Skandale der kaiserlichen Familie. Zwar waren Namen geändert, aber die Leser wussten, wer gemeint ist. Dafür wurde er an die Küste des Schwarzen Meeres verbannt. Kurz vorher schrieb er die Metamorphosen. Eine äußerst große Sammlung von Göttersagen und Heldenepen. In dieser Sammlung finden nicht nur die klassischen griechischen Sagen, sondern auch die Sagenwelt der Römer, die genau wie die Griechen für alles und jeden einen Gott besaßen. Die römische Götterwelt ist stark an die griechische angelehnt, z. B. wurden teilweise nur die Namen geändert:
Griechisch Zeus = römisch JupiterAuch die römischen Götter pflegen engen Kontakt zu den Menschen.
Der Text ist in einer Versform gehalten, die anfänglich nur schwer zu lesen ist, da die eigentliche Handlung in vielen Versen beschrieben und verschachtelt ist. So ist auch der Inhalt eher versteckt als ersichtlich. Es finden Einzelverwandlungen der Götter statt, aber die wichtigste ist jene, wo aus dem Chaos die Welt hervorging. Diese Weltentstehung ist mit die längste zusammenhängende Passage des gesamten Textes.
(Sandra Burkard, 2003)